Es ereignete sich im Herbst des Jahres 1967, einem biochemisches Labor einer renommierten amerikanischen Universität. Der Untersuchungsleiter arbeitete mit Stammzellen und setzte sein neues Experiment auf: Identische Stammzellen wurden auf 3 Petrischalen verteilt, die Stammzellen sollten sich vermehren und zu Zellen mutieren, die er vorgab: im der ersten Schale Muskelzellen, in der zweiten Knochenzellen und in der dritten Fettzellen. Er gab jeweils eine ganz bestimmte Nährstofflösung vor, eine Umgebung, die den Zellen die besten Bedingungen geben sollten, sich zu den spezialisierten Zellen auszubilden.

Das Experiment funktionierte. Immer wieder, es war zu 100% reproduzierbar. Das ist ein Ergebnis, das sich jeder Forscher nur wünschen kann. Für den Untersuchungsleiter war es aber erst mal keine positive Nachricht. Im Grunde war es ein Schock für ihn. Denn das Ergebnis stellte alles in Frage, was er damals über die Genforschung wusste.

Dieses Experiment sollte seine ganze wissenschaftliche Laufbahn verändern. Der Name des Zellbiologen: Bruce Lipton.

Bruce Lipton war damals ein aufstrebender Wissenschaftler, der sich wie viele andere damals der Genforschung widmete. In den 70iger und 80iger Jahren war das der Hype schlechthin. Man fing gerade an, das menschliche Genom zu entschlüsseln und erhoffte sich davon, viele Krankheiten endlich richtig verstehen und letztendlich heilen zu können.

Bruce Liptons Experiment widersprach allen gängigen Überzeugungen der damaligen Wissenschaftselite. Es widersprach der Gentheorie. Das Ergebnis belegte, dass nicht die GENE unsere Gesundheit steuern, sondern die UMGEBUNG der Gene. Es war die Zellmembran, die durch Proteinrezeptoren die wichtigen Informationen für die Produktion an die Zelle weiterleitete. Nicht der Nukleus mit seinen Erbinformationen war der Auslöser dafür, ob ein Gen an- oder abgeschaltet wurde.

Das war eine wissenschaftliche Sensation. Diese These stieß alle Glaubensmuster über Bord. Sie war radikal. Sie war wissenschaftlich belegt. Es sollte aber noch 30 Jahre dauern, bis sie in das kollektive Bewusstsein der Wissenschaft vordrang. Bruce Liption hat die heue bekannte EPIGENETIK begründet.

Eine radikale These für unseren Alltag

Welchen Einfluss hat diese Erkenntnis denn nun für Ihren Alltag?

Die Epigenetik besagt: wir können unsere Erbinformationen selbst beeinflussen. Wir haben definitiv einen Einfluss auf unsere Gesundheit und unser Wohlergehen. Wir sind nicht Opfer einer schlechten Erbinformation unserer Eltern oder weil „etwas in der Familie liegt“.

Andere Faktoren bekommen dafür eine ganz neue Bedeutung: unsere Ernährung, unsere Lebensstil, aber auch unsere Gedanken und Gefühle. All diese Faktoren sind es letztendlich, die unsere Gene steuern.

Damit steuern WIR unsere Gesundheit und unsere Gene UNS.

Ich finde diese Idee sehr befreiend. Denn damit liegt die Verantwortung für unsere Gesundheit bei uns selbst. Wir entscheiden, was wir essen und trinken, aber auch welche Gedanken und Gefühle wir er-leben möchten.

Sind wir uns unserer Gefühle immer bewusst?

Stellen Sie sich einmal vor, Sie haben sich über jemanden geärgert. Haben Sie schon mal beobachtet, wie oft die Gedanken „es ist respektlos wie er sich mir gegenüber verhält“ oder „so eine Frechheit“ in Ihrem Kopf geschwirrt haben? Und das passende Gefühl wie „Ärger“ oder „Wut“ wird dann auch aktiviert, ganz automatisch.

Wir könnten unser Gedanken- und Gefühlskarussell dann einfach weiterlaufen lassen, aber irgendwann merken wir, dass es uns nicht gut tut.

In dem Moment passiert das, was Bruce Lipton mit seinem Zellexperiment beschreibt: wir schaffen eine bestimmte Umgebung für unsere Zellen. Unser ganzer Körper „schwingt“ quasi im Zustand des Ärgers und der Wut. Denn auch wenn es für Sie eine unangenehme Wahrheit ist – unsere Gefühle erzeugen eine Energie in unserem System und das hat Auswirkungen auf unser Wohlbefinden.

Die Frage ist: wie lange wollen wir das zulassen?

Die Epigenetik gibt uns Hinweise, was wir tun können

Wir könnten uns auch ganz bewusst dafür entscheiden, aus dem Kreislauf auszusteigen.

Über Achtsamkeit geht das sehr gut. Wir achten auf unsere Gedanken und Gefühle und nehmen Abstand zu ihnen. Das setzt voraus, dass wir innehalten und die Situation mit Abstand betrachten.

Manchmal kann es aber sein, dass wir diese Gedankenschleifen nicht richtig abstellen können, auch wenn wir achtsam mit uns umgehen. Kennen Sie das? Es reicht aus, dass Ihr Partner einen bestimmten Satz sagt, eine bestimmte Verhaltensweise an den Tag legt – und schon sind Sie auf 180! Der Trigger ist gesetzt und schnappt bei scheinbar jedem Anlass wieder ins Schloss.

Nochmal zurück zur Epigenetik: sie besagt, dass Signale aus der Umwelt unsere Zellen, unsere Erbinformation und damit unser Immunsystem kontrollieren. Wie würde sich nun deine Zelle reagieren, wenn sie ständig Signale wie „Ärger“ und „Wut“ bekommt? Nun, sie würde das als Signal einstufen, das erst mal unsere archaischen Flucht- und Angriffsmechanismen aktiviert. Dabei wird das Reparaturprogramm für Bakterien oder Viren erst mal heruntergedimmt.  Bestimmte Wissenschaftler gehen heute schon davon aus, dass gelebter, regelmäßiger Stress 75-99% unserer Krankheiten verursacht.

Der Mensch als Schwingungssystem

Vielleicht können Sie es sich nur schwer vorstellen, wie unsere Gedanken und Gefühle einen direkten Einfluss auf unsere Gene, unsere Gesundheit haben. Denn wir können sie ja nicht richtig anfassen, messen. Real sind sie dennoch für einen jeden von uns.

Auf Ebene der Quantenphysik weiß man aber mittlerweile, dass Masse oder Materie auf subatomarer Ebene eigentlich gar nicht existiert. Die Protonen und Neutronen, die wir als „fest“ messen können, stellen nicht mehr als 0,1% unserer Masse dar. Der Rest sind Schwingungsfrequenzen, die mehr oder weniger verdichtet sind und uns dann wie Materie vorkommen.

Gedanken und Gefühle sind also nichts anderes als Schwingungen, die unsere Zelle als „Umgebung“ wahrnimmt. Und Schwingungen gehen wieder mit ähnlichen Schwingungen in Resonanz. Das will heißen: wenn Sie sich immer wieder aufregen, denn „schwingen“ Sie in dieser Frequenz und ziehen damit ähnliche Situationen in Ihr Leben, die eine ähnliche Schwingung besitzen. Sie werden also in Ihrem Umfeld immer wieder auf Situationen treffen, die Sie ärgern werden. Der Auslöser sind dabei Sie selbst, auch wenn Sie sich das manchmal nur schwer vorstellen können.

 

Ich glaube, dass es in der Natur einen subtilen Mechanismus gibt, der, wenn wir ihm unbewusst nachgeben, uns richtig leiten wird.

Henry David Thoreau

Unsere Gefühle beeinflussen nicht nur uns sondern auch andere Menschen

Als hätten wir nicht schon genug mit uns zu tun, geht es aber noch weiter: unsere Gefühle beeinflussen andere Menschen und zwar über die oben genannten Schwingungsmuster.

Zu diesem Thema hat das Heart Math Institut in den USA bereits geforscht: man weiß heute, dass unser menschliches Herz ein elektromagnetisches Feld generiert, das man bis auf 2 Meter um uns herum messen kann. Ich bin der Überzeugung, dass dieses Feld aber noch weiter wirkt, auch wenn wir es heute noch nicht messbar ist.

Sie kennen sicher die Situation, dass Sie in einen Raum kommen und sofort das Gefühl haben, hier ist „dicke Luft“. Sie nehmen das sofort wahr, auch ohne Worte. Wenn wir anderen Menschen begegnen, dann tauchen wir also immer auch in deren Schwingungsmuster ein und nehmen bestimmte Dinge wahr. Feinfühlige Menschen können das bestätigen. Mit diesem Bild können Sie sich vorstellen, wie das dann aussieht:

Wie Sie sehen, macht die Wissenschaft große Fortschritte in den Bereichen, die mit dem scheinbar „Unsichtbaren“ oder Nicht-Greifbaren zu tun haben. Ich denke, dass zu diesen Themen in den nächsten Jahren noch viele neue Erkenntnisse entstehen werden.

Damit erlangen wir auch eine neue innere Freiheit: wir haben unser Wohlergehen selbst in der Hand!

 

Sylvie Bueb
Sylvie Bueb ist Personalexpertin und Trainerin und betreibt mit Martina Baehr „Die Gelassenheitsformel“ ein 6-Schritte-Programm zu mehr Erfolg und Souveränität im Berufsalltag.