Ein guter Bekannter erzählte mir vor kurzem folgende wahre Geschichte: ein passionierter Bergsportler machte mit Freunden und seiner Familie einen Ausflug in die Berge. Auf ihrer Tour war auch eine kurze Bootsfahrt geplant – in einer idyllischen Landschaft, mit schneebedeckten Bergen als Kulisse und auf über 1000 Meter Höhe der ruhig gelegene Bergsee. Ein jeder der Gruppe war von der ganzen Szene tief beeindruckt und ganz erfüllt von der Stille und Magie des Ortes. Das Boot setzte sich mit leichten Paddelschlägen vom Ufer aus in Bewegung.

Dann passierte das Unvorsehbare: eine sehr wertvolle Uhr, die der Mann am Arm trug, löste sich von seinem Arm und glitt in das noch ufernahe Wasser. Die erste Reaktion: Panik! Der Mann schrie aufgeregt und schockiert und sprang sofort ins Wasser, um seine Uhr zu suchen. Er hatte so Angst, dieses Erbstück hier zu verlieren. Die Familie, die Freunde, fassungslos taten, sofort das Gleiche und suchten wie wild im schlammhaltigen Grund des Sees nach dem verlorenen Stück. Doch je mehr sie suchten, desto mehr wurde der Schlamm aufgewirbelt und umso mehr lief der sich verbreitende Aktionismus ins Leere.

Dann hatte der Mann eine Idee, eine Intuition. Er schickte jeden ans Ufer und bat seine Familie und Bekannte, erst mal inne zu halten. Die aufgewühlten Schlammpartikel sollten sich erst mal wieder setzen, denn im trüben Wasser war der Grund nicht mehr zu sehen. So vergingen gut 10-15 Minuten. In dieser Zeit hatten sich nicht nur die emotionalen Wogen aller Beteiligten geglättet. Das Wasser des Sees war wieder klar. Der Mann bewegte sich in die Richtung des Bootes, sah auf den Grund und in kurzer Zeit etwas Metallisches aufblitzen. Er war überglücklich, seiner Intuition gefolgt zu sein.

Den Gedankensturm einfach mal setzen lassen

Diese einfache Geschichte hat mich tief bewegt, weil sie doch unseren Zeitgeist so gut spiegelt. Wie oft sind wir in einem Aktionismus gefangen, wie oft dreht sich unsere Gedankenkarussel schneller und schneller. Wie oft mischen sich die immer wiederkehrenden (Problem-)fragen mit unangenehmen Gefühlen?  Und wie oft sind wir uns dessen gar nicht mehr bewusst?

Das Ende des Jahres und insbesondere die Weihnachtszeit, läd uns ein, einmal inne zu halten. Ich denke, dass jeder spätestens gegen Mitte des Monats Dezember sich nach Ruhe und Zeit mit der Familie sehnt. Schuhe ausziehen und Beine hochlegen. Kerzen anzünden und das eine oder andere Weihnachtslied singen. Einfach mal zur Ruhe kommen und die Hektik des Jobs, der überfüllten Kaufhäuser draußen vor der Tür lassen. Bei sich selbst ankommen. Und dabei mal seine Gedanken in Urlaub zu schicken.

In solchen Momenten wünschen wir uns auch, dass unser „Gedankengestöber“ zur Ruhe kommt. Doch es scheint uns nicht immer so gut zu gelingen. Wir sind ja selbst der Regisseur unseres Kopfkinos und schreiben unsere eigenen Szenarien. Und unser Körper ist auf ein neues, ruhiges Szenario erst mal gar nicht vorbereitet. Er will einfach weitermachen wie bisher. Kennen Sie das?

Wie träge sind wir eigentlich?

Die innere Ruhe, gedankliche Klarheit zu finden, ist also gar nicht so einfach. Denn das geht nicht auf Knopfdruck. Unsere Emotionen, insbesondere diejenigen, die in uns Druck und Stress aufbauen, haben uns gut im Griff. So wie ein Karussell, wenn es einmal voll an Fahrt aufgenommen hat, können wir es erst nach einer Zeit zum Stillstand bringen. In der Physik nennt man das Trägheit:

„Das Trägheitsprinzip besagt, dass ein gleichförmig bewegter Körper seine gleichförmige Bewegung beibehält, sofern keine Kraft auf ihn ausgeübt wird.“ So das Newtonsche Gesetz der Schwerkraft. Einstein hat dieses Trägheitsprinzip noch erweitert, indem er berechnete, dass nicht nur die Masse sondern jede Form von Energie sich träge verhält.

Das heißt also, solange wir nicht irgendeine Form von „Kraft“ aufwenden, um das Drehmoment aufzuhalten oder in eine andere Richtung zu bringen, wird nichts passieren. Das Karussell wird sich weiterdrehen, das Gedankengestöber trotz Ruhe im Aussen bleibt.

Diese Kraft, die wir benötigen, um den Schalter umzulegen, ist aber nicht mit Anstrengung verbunden. Es geht eigentlich ganz einfach. Man muss nur beschließen, sie zu benutzen.

Wir sind mehr als unser Reptiliengehirn uns glauben macht

Selbst wenn wir in einer beruflichen oder emotionalen Sackgasse festzusetzen scheinen, bleibe ich immer optimistisch, weil ich an das innere Potential der Menschen glaube, diese Kraft zur eignen Veränderung freizusetzen.

Wir sind intelligente Wesen, wir bestehen nicht nur aus unserem Reptiliengehirn mit automatisierten Abläufen und Gewohnheiten. Im Laufe der Evolution haben wir den präfrontalen Cortex entwickelt, der uns ermöglicht, über uns selbst zu reflektieren, Dinge anders zu machen und über uns selbst hinauszuwachsen.

Versuchen Sie doch mal, Ihre hektische Betriebsamkeit, ihre ständig kreisenden Gedanken von außen zu betrachten. Na, was fällt Ihnen auf? Viel aufgewirbelter Schlamm oder um ein schöneres Bild aus der Vorweihnachtszeit zu nehmen, viel Schneegestöber im Glas? Und in dieser Situation glauben Sie, auch nur einen klaren Gedanken fassen zu können? Hand aufs Herz: so funktioniert das nicht.

Schalten Sie um auf innere Gelassenheit

Lassen Sie es uns doch mal versuchen, das Gedankenkarussell zum Stillstand zu bringen. Nehmen Sie sich Zeit für sich.

Martina und ich möchten Ihnen hierzu vor Weihnachten ein kleines Geschenk machen: wir haben ein Audio aufgenommen, das Ihnen hilft, in sehr kurzer Zeit den Schalter zu mehr innerer Ruhe und Gelassenheit umzulegen. Diese einfache Übung, die wir noch mit einigen Erläuterungen „verpackt“ haben, wird Ihnen helfen, eine kurze Auszeit zu nehmen.

Hier können Sie sich das kostenfreie Audio inklusive Checkliste herunterladen:

https://heart-beats.leadpages.co/schoepferische-pause/

Wir senden Ihnen auch noch eine schöne Infographik zu, die Sie sich dann ausdrucken können.

Egal, was Sie tun, ob diese Übung oder eine andere Methode, versuchen Sie, in die innere Ruhe zu kommen – das liegt mir sehr am Herzen!

Vielleicht möchten Sie ja damit auch noch weitergehen. Sie können sich vor der Übung eine Frage an sich stellen, die in die jetzige Zeit passt. Hier eine mögliche Auswahl:

Was habe ich in diesem Jahr über mich gelernt?

Auf was kann ich so richtig stolz sein, was habe ich gut gemacht?

Wenn ich im neuen Jahr etwas anders machen würde, was wäre das?

Schreiben Sie nach der Übung einfach auf, was Ihnen zu der von Ihnen gestellten Frage in den Sinn gekommen ist. Wiederholen Sie die Übung sooft Sie es wünschen und Sie werden sehen – Ihr Gedankensturm wird an Fahrt verlieren.

Viel Spaß beim Ausprobieren!

Sylvie Bueb
Sylvie Bueb ist Personalexpertin und Trainerin und betreibt mit Martina Baehr „Die Gelassenheitsformel“ ein 6-Schritte-Programm zu mehr Erfolg und Souveränität im Berufsalltag.