Kennen Sie das, wenn das Gefühl der Unzufriedenheit an Ihnen nagt? Einer dieser Tage, wo nichts so läuft, wie es sollte?

Schon morgens weckt Sie der Hund eine Stunde früher als Sie eigentlich raus müssten – und Sie können dann nicht mehr einschlafen. Sie stehen schlecht gelaunt und unausgeschlafen auf. Sie schlürfen lustlos Ihren Kaffee und setzen sich ins Auto. Auf Ihrer gewohnten Strecke gab es einen Unfall, Sie stehen im Stau. Mist! …denken Sie sich, Ihr erstes Kundengespräch wird mit Verspätung starten. Sie stoßen die Bürotür auf, werfen Ihren Kollegen ein hektischen „morgn“ zu und verschwinden gestresst in Ihrem Büro, um den Computer schnell hochzujagen, bevor es losgeht. Als Sie endlich sitzen, möchten Sie am liebsten wieder umdrehen und sich ins Bett legen.

Halt – wie soll der Tag weitergehen?

Sie haben jetzt die Wahl: sich nochmal kurz in Unzufriedenheit baden, oder eine andere Perspektive einzunehmen. Eine Perspektive, die radikal anders ist. Eine Perspektive, die den Tagesablauf sofort in eine andere Richtung lenkt. Dafür benötigt es nur eine kurze Pause und eine zielgerichtete Absicht. Wofür entscheiden Sie sich?

Ich hoffe, Sie haben sich für die zweite Variante entschieden. Ansonsten brauchen Sie meinen weiteren Ausführungen keine Aufmerksamkeit schenken. Aber ich bin mir sicher, dass Sie, wenn Sie auf diesen Link geklickt haben, Sie irgendetwas an dem Thema anspricht. Sie möchten irgendetwas in Ihrem Leben zu verändern, damit Sie sich besser fühlen. Richtig?

Dann lassen Sie uns loslegen. Legen Sie die Brille, mit der Sie die Realität jetzt wahrnehmen, einen Moment ab und greifen Sie zu einer anderen Brille.

Wunderbar, Sie haben einen richtigen Schritt getan. Dann lassen Sie uns mal eine andere Perspektive einnehmen.

Maslow’s Zeitreise

Lassen Sie mich eine kleine Zeitreise mit Ihnen machen: in den Biologieunterricht in der Schule. Lange her, ja in der Tat. Können Sie sich noch an die Bedürfnispyramide von Maslow erinnern? Wenn nicht, kein Problem – wir gehen gemeinsam die verschiedenen Stufen durch. Wenn Sie oben angekommen sind, haben Sie vielleicht schon die neue Brille lieb gewonnen und möchten Sie dann gar nicht mehr absetzen. Lassen Sie uns also starten:

An der untersten Stufe stehen da unsere physiologischen Bedürfnisse. Sind Sie dankbar dafür, dass Sie gesund sind, ein Dach über den Kopf haben und essen können, was Sie möchten? Wahrscheinlich denken wir nicht viel darüber nach, da wir es als eine Selbstverständlichkeit annehmen. Bis zu dem Tag, an dem wir mit einer Grippe ans Bett gefesselt sind, wir uns leidend im Bett wälzen und mit der letzten noch intakten Regung die Tastatur unseres Computers bedienen, um die Termine abzusagen, die nun verschoben werden müssen. Dann wird es uns so richtig bewusst, dass es keine Selbstverständlichkeit ist, gesund zu sein.

Dann werden wir uns wieder bewusst, wie schön es eigentlich ist, einen gut funktionierenden Körper zu haben, all unsere Organe, die tagtäglich reibungslos ihre Arbeit tun, damit wir essen, arbeiten und schlafen können. Nichts mehr als das. Aber das ist schon eine ganze Menge.

Nur: unser Fokus richtet sich meist auf den Mangel, nicht auf die Fülle. Wir sind ja schon von Kindesbeinen an daran gewöhnt, problemorientiert zu denken. Und vergessen dabei, was wir alles bereits haben. Mein Tipp: Seien Sie also gleich mal Ihrem Körper dankbar, für all das, was er Ihnen heute schon geschenkt hat.

Nächste Stufe: unsere Sicherheitsbedürfnisse. Nun, ich muss keine Angst haben, verfolgt zu werden oder um mein Leben zu fürchten. Ich kann meine Wohnung hinter mir abschließen und bin bei mir zu Hause. Auch wenn ich beschließen sollte, auszugehen, muss ich kein Messer in meiner Handtasche verstecken, um mich zu schützen. In unserem Wohlstandsstaat normal – aber keineswegs selbstverständlich.

Wie geht es weiter? Ah, die sozialen Bedürfnisse. Wir würden als Menschen verkümmern, wenn wir nicht mit anderen kommunizieren könnten, uns mitteilen oder anvertrauen könnten. So Es kann ein gutes Gespräch mit einem Kollegen uns einfach gut tun. Es kann einfach nur das Gefühl sein, dass einem jemand zuhört. Das Lächeln meines Mannes und meiner Kinder, wenn ich von der Arbeit komme. Die Nachbarin, die mir ein nettes „Hallo“ zuwirft….die Liste ließe sich endlos fortsetzen, wenn Sie mit dieser Brille Ihre Realität wahrnehmen. Die kleinen Diamanten des Alltags – mit Menschen, die Ihnen freundlich gesonnen sind. Und? Fühlen Sie sich schon reich beschenkt?

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Der Luxus des freien Willens

Auf der obersten Stufe der Pyramide: Individualbedürfnisse und Selbstverwirklichung. Das klingt nach Fanfaren und Pompons. Tatatata! Wir sehen diesen „Luxus“ der Selbstverwirklichung wahrscheinlich gar nicht so spektakulär. Was heißt das schon? Einen verantwortungsvollen Job in einer angesehenen Firma zu haben? Als Selbstständige sich durch ein Wust von täglichen Hindernissen zu kämpfen, um sich Zeit freizuschaufeln für das Business, das doch etwas besser laufen könnte?

Stopp! Jetzt geht es schon wieder los, das Nörgeln. Also schnell die Brille wechseln. Ich beschwere mich, dass es nicht immer so einfach ist? Schnell den Fokus ändern: ich durfte in meiner Selbstständigkeit Erfahrungen machen, auf die Nase fallen, Fehler machen. Und dabei so viel Neues über mich entdecken lernen. Interessante Menschen kennenlernen. An meine Grenzen stoßen. Meine Ängste und Zweifel überwinden. Ja, auch dafür bin ich zutiefst dankbar!

Wenn Sie nicht selbstständig sind und im Unternehmen arbeiten – was sind Ihre größten Siege und Errungenschaften? Da gibt es eine ganze Menge, da bin ich mir sicher.

So, nun sind wir auf der obersten Stufe angelangt. Wie geht es Ihnen, wenn Sie diese Schritte nochmals Revue passieren lassen? Sehen Sie die Geschenke, die Sie in Ihrem Leben haben? Sehen Sie sie wirklich?

Und nun vergleichen Sie diese mit der Brille der Unzufriedenheit. Welche würden Sie lieber tragen?

Dankbarkeit wählen

Nehmen wir einmal an, Sie setzen sich immer öfter die „Dankbarkeitsbrille“ auf. Dann schaltet Ihr Gehirn auf eine neue Realität um, indem es neue neuronale Verbindungen entstehen lässt. Und das geniale dabei: je mehr wir die Welt positiv, mit einem Gefühl der Dankbarkeit betrachten, desto mehr werden wir solche Situationen anziehen. Und damit verstärken sich wiederum die neuronalen Datenautobahnen. Wir haben es also in der Hand, welche Realität wir uns aussuchen, jeden Tag.

Was können wir tun, um diese positiven Gewohnheiten in unserem Gehirn zu verankern? Durch eine einfache Übung wie diese: nehmen Sie sich jeden Tag abends 5 Minuten Zeit. Lassen Sie den Tag Revue passieren und schreiben Sie 3 Situationen auf, für die Sie dankbar sind. Es können auch ganz alltägliche Dinge sein. Dann konzentrieren Sie sich auf Ihr Herz und beginnen nochmal richtig nachzufühlen. Der Vorteil: der Ausklang des Tages ist immer positiv für Sie.

Es ist ungewohnt für uns. Auch wenn es nur ein paar Minuten pro Tag sind – fällt es uns nicht schwer, dieses Gefühl innerlich aufrecht zu erhalten? Dankbarkeit ist kein Gefühl, das mit einem hohen Energieeinsatz einhergeht, es kommt auf leisen Sohlen daher. Es ist subtil, sanft, wie eine warme Brise an einem Sommertag.

Subtil, aber hocheffektiv. Sie müssen Ihr Bewusstsein einfach darauf ausrichten.

Denn hinter dieser einfachen Übung steckt noch viel mehr: durch regelmäßige Anwendung verändern wir unsere innere Haltung. Wir beginnen, in Situationen nicht immer das Negative zu suchen, sondern auch in Rückschlägen einen tieferen Sinn zu suchen. Wir beginnen, uns wieder zu wundern über die vielen kleinen Sonnenstrahlen, die uns das Leben jeden Tag zuspielt. Wir lassen diese wieder zu uns vordringen, uns innerlich berühren.

Um nochmals auf die Pyramide von Maslow zu kommen: Dankbarkeit steckt in jeder einzelnen Stufe. Auch gibt es bei Dankbarkeit keine Hierarchie. Es ist vielmehr die Klammer des Lebens, unseres Seins. Heute weiß ich: Ich muss in keinem der essentiellen Bereichen dieser Pyramide an Mangel leiden. Es ist wirklich schon alles da, was ich brauche: und dafür bin ich zutiefst dankbar.

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Sylvie Bueb
Sylvie Bueb ist Personalexpertin und Trainerin und betreibt mit Martina Baehr „Die Gelassenheitsformel“ ein 6-Schritte-Programm zu mehr Erfolg und Souveränität im Berufsalltag.