Wir sind weit mehr als nur Materie, wir sind geistig-seelische Menschen. Wir haben alle unsere Gedanken und Gefühle, auch wenn wir unseren Gedanken und rationalen Erwägungen oft näher sind als unseren Gefühlen. Zum seelisch-geistigen zählt für mich insbesondere unser Zugang zu unserer Intuition, unserer inneren Stimme.

Die Frage ist nur: Nehmen wir diese geistig-seelische Komponente in uns eigentlich bewusst wahr? Das Selbstbild ist das, was ein Mensch tief in seinem Unterbewusstsein über sich als richtig und wahr hält. Leider ist uns dies nur selten wirklich bewusst.

Also, Hand aufs Herz, wie sehen Sie sich: als ein liebenswerter, ausgeglichener Mensch, der seiner Intuition und Fähigkeiten vertrauen kann? Oder empfinden Sie sich oft ohnmächtig und entmutigt in schwierigen Lebenssituationen?

Wenn der zweite Satz eher auf Sie zutrifft, dann kann es sein, dass Ihr Selbstbild nicht so positiv ist und dass sich dies ganz konkret auf Ihren Arbeitsalltag auswirkt.

 

„Was sollen die anderen denken?“

 

Gehen Sie mit diesem Satz in Resonanz?

In meinen Coachings habe ich oft festgestellt, dass das Thema des angekratzten Selbstbildes oft ein recht „frauenspezifisches“ Thema ist. Ich kenne so viele selbstständige, energiegeladene Frauen, die auf höchst beeindruckende Weise Familie und Beruf ganz selbstverständlich managen. Und wenn es dann um wichtige Entscheidungen geht, dann werden sie plötzlich zu einem verunsicherten, kleinen Mädchen, das sich fragt: „ Ich kann doch nicht einfach dies  oder jenes tun“?, „Was wird mein Mann dazu sagen?“ , „Wenn das meine Mutter hört..“ und so weiter.

Kommt Ihnen das bekannt vor? Ich kann jedenfalls auch von mir sagen, dass mein eigenes Selbstbild vor nicht allzu langer Zeit nicht so glänzend war und dass ich mich in vielen Situationen trotz Engagements und gutem Willen doch oft verunsichert fühlte. Ich maß der Meinung anderer einen  hohen Stellenwert ein und machte mich nicht selten klein, ja fühlte mich manchmal sogar schuldig, wenn ich Zeit für mich und meine Selbstständigkeit investierte.

Heute weiß ich, dass es im Leben keine Abkürzungen gibt und bestimmte Prozesse einfach ihre Zeit brauchen. Und dazu kann ich auch stehen – auch zu meinen Fehlern oder Fehlentscheidungen. Heute kenne ich meine Stärken und Schwächen viel besser und bin sehr froh darüber. Mit Martina haben wir oft gemeinsam darüber reflektiert und es ist ein Glück, mit Menschen zusammenzuarbeiten, die einem diese Möglichkeit der Selbstreflexion geben.

Ich möchte Ihnen im Folgenden einige Tipps geben, wie Sie Ihr Selbstbild Schritt für Schritt aufbauen können und dadurch ein sinnerfüllteres und zufriedeneres Leben führen können. Es sind meine Erfahrungswerte, die mir in meinem Bewusstseinsprozess geholfen haben.

1. Fokussieren Sie nicht auf den Mangel

 

Wir sind dazu erzogen worden, dass wir problemorientiert, nicht lösungsorientiert denken. Wenn ich Sie jetzt spontan fragen würde, in welchen Ihrer Lebensbereiche es nicht so gut läuft, dann könnten Sie das sehr wahrscheinlich sofort benennen. Wenn ich Sie nun bitten würde, mir zu sagen, womit Sie wirklich zufrieden und dankbar in Ihrem Leben sind, dann fühlt sich diese Übung schon mal etwas ungewohnt an. Wie gesagt, wir sind so erzogen worden und wir identifizieren uns schnell mit unseren Schwächen.

Eine weitere Übung, die Sie für sich machen können: schreiben Sie einmal auf, was Sie so richtig gut können. Eine Eigenschaft, die Sie wirklich besonders macht. Menschen kommen zu Ihnen, weil Sie diesen schönen Charakterzug an Ihnen lieben.

Machen Sie dabei aber nicht den Fehler, das gleich zu werten. In meiner letzten Anstellung gab es beispielsweise immer eine Mitarbeiterin, der es eine große Freude machte, bei Besprechungen Kaffee und Kuchen für alle bereit zu stellen, damit eine angenehme Arbeitsatmosphäre entstand. Sie blühte dabei richtig auf. Unser Team nahm das gerne an und freute sich darüber. Diese schöne Gabe ist beispielsweise etwas, dass Sie auf Ihre „Wertschätzungsliste“ schreiben sollten.

Haben Sie Ihre Liste fertig? Dann haben Sie schon den ersten Schritt gemacht. Nun kommt der Entscheidende: Fühlen Sie es. Ja, richtig fühlen. Fühlen Sie den inneren Stolz, die innere Freude – mindestens 1 Minute lang. Kultivieren Sie das regelmäßig – Sie werden sehen, Ihr Selbstbild wird sich zum Positiven verändern!

2. Wer möchten Sie sein?

 

Wir verwenden in der Regel sehr viel Energie und Zeit damit, zu definieren was wir NICHT sein wollen, was wir NICHT mehr wollen, WOVON wir die Nase voll haben. Darum kreisen sich unsere Gedanken und Gefühle. Allerdings versteht unser Bewusstsein keine „Nicht-Formulierungen.“ Wenn Sie in Ihr Auto steigen und irgendwo hinfahren, dann sagen Sie Ihrem Navigationsgerät ja auch nicht, dass Sie nicht nach München wollen, sondern Sie geben gleich beispielsweise Ingolstadt ein.

Wer soll also die Person sein, zu der Sie sich morgen wandeln?

Sie wünschen sich, in hitzigen Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren? Dann könnten Sie beispielsweise formulieren: „Ich bleibe bei äußerer Kritik innerlich ruhig und gelassen.“ Dabei ist es wichtig, dass Sie bei der Ich-Formulierung sind und den Satz im Präsens formulieren. Auch Formulierungen wie „Ich möchte…“ sind nicht zielorientiert genug – Sie formulieren genau so, als ob Sie schon am Ziel sind. Wie beim Navi beispielsweise die Bertelsstrasse 8, um wieder das vorherige Beispiel nochmals zu bemühen.

Sie sollten sich diese Zielformulierung aufschreiben, an einem Ort, an dem Ihr Blick oft verweilt. Idealerweise sprechen Sie diese auch noch mehrmals am Tag aus. Je mehr Ihrer 5 Sinne Sie einsetzen, desto kraftvoller ist es.

3. Darauf pfeifen, was andere denken

 

Es ist schon erstaunlich, wie sehr wir meinen, vom Wohlwollen der Anderen abhängig zu sein, wie sehr wir uns wünschen, dass Sie unsere Arbeit würdigen. Im Grunde sehnen wir uns nach der Anerkennung von außen, da wir sie in unserem Inneren nicht finden.

Und eines sei gleich mal klargestellt: Sie werden es nicht jedem Recht machen können. Lösen Sie sich von der Vorstellung, dass Sie Ihre Arbeit tun, um geliebt zu werden. Hier gilt auch der gleiche Grundsatz: gehen Sie erst mal in Ihr Innerstes und wertschätzen Sie sich für das, was Sie sind. Was Sie heute schon Gutes für das Gemeinwohl, Ihre Firma leisten. Spüren Sie richtig rein und nehmen Sie das Gefühl war. Wenn sie das tun, dann kommt es zur Verbindung der beiden Ebenen: Materie, sprich Körper, und Ihrem Geist oder Ihrer Seele. Sie werden immer mehr in sich ruhen und der Sprache Ihres Herzens folgen. Und weil Sie das dann tun, strahlen Sie die Freude und Liebe aus, die wiederum andere anzieht.

Sie werden deshalb nicht jeden in Ihr Leben ziehen. Aber ehrlich gesagt wollen Sie das doch auch nicht, oder? Denn auf diese Weise ist es viel effizienter: Sie ziehen genau die Menschen in Ihr Leben, die auf der gleichen Wellenlänge sind wie Sie, weil Sie es eben ausstrahlen.

4. Rückwärts denken

 

Nun, wenn Sie diese ersten Schritte beherzigt haben, dann müssen Sie ins TUN kommen. Sie müssen irgendetwas in ihrem Leben verändern. Denn wie schon Einstein sagte: „Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.“

Um zu wissen, was Sie als nächstes tun könnten, stellen Sie sich jetzt einfach vor, dass Sie bereits am Ziel angelangt sind und zurück blicken. Sie können sich das als kleine Brückenübergänge in einer schönen Landschaft vorstellen. Um die schöne Aussicht zu genießen, die Sie jetzt haben, mussten Sie einige Hindernisse überwinden oder über einige Brücken gehen.

Schließen Sie die Augen und stellen sich vor, welche Schritte das sein könnten. Stellen Sie sich vor, wie Sie mit Ihrer Aufmerksamkeit zu Ihrem Herzen gehen und durch diese Region langsam ein- und ausatmen. Nehmen Sie sich Zeit.

Und dann schreiben Sie auf, was Ihnen Ihre Intuition vermittelt. Mit etwas Übung werden Sie immer klarere Bilder bekommen und eine konkrete Vorstellung davon, welche ihre ersten Schritte sein könnten, von Ihrer Startposition aus gesehen. Wenn Sie darüber reflektieren möchten, können Sie sich hierzu auch Unterstützung holen – bei einer guten Freundin oder Freund oder auch bei einem Coach.

5.Mutig sein

 

Sie möchten Ihr Selbstbild verbessern, sich und Ihrer Intuition stärker vertrauen? Dann brauchen Sie eine Portion Mut. Mut, Neues auszuprobieren und dabei in Kauf zu nehmen, auch mal auf die Nase zu fallen. Mut, aus seiner Komfortzone auszutreten. Mut, Neuland zu betreten.

In solchen Situationen ist es immer hilfreich, sich Unterstützung von Gleichgesinnten zu holen. Wenn Ihr Umfeld sehr kritisch oder abweisend gegenüber Ihren neuen Plänen ist, dann suchen Sie Kontakt zu Menschen, die vielleicht auf dem gleichen Weg sind, wie Sie. Oder Sie holen sich Inspiration von Personen, die den Weg, den Sie gehen möchten, schon gegangen sind.

Ich hätte mir nie träumen lassen, welche Wege und Umwege ich in den letzten 3 Jahren gegangen bin. Manchmal hätte ich mir gewünscht, eine Abkürzung zu gehen, aber letztendlich war alles so gut, wie es gelaufen ist, mit allen Höhen und Tiefen.

Die Belohnung Ihres Weges, wenn Sie ihn gehen, ist immens. Sie werden eine innere Stärke entwickeln und Vertrauen, dass das Leben alles zum richtigen Zeitpunkt für Sie bereithält. Sie brauchen dann nicht mehr die Bestätigung von außen, Sie wissen einfach, dass Sie auf dem richtigen Weg sind. Und das Schöne dabei ist: dieses Gefühl verschwindet dann auch nicht mehr 🙂

Holen Sie sich
unsere 5 besten
Gelassenheitstipps
für Vielbeschäftigte

image_gelassenheitstipps2

Hier kostenfrei anfordern
Sylvie Bueb
Sylvie Bueb ist Personalexpertin und Trainerin und betreibt mit Martina Baehr „Die Gelassenheitsformel“ ein 6-Schritte-Programm zu mehr Erfolg und Souveränität im Berufsalltag.