In unserem Arbeitsalltag spielen harte Fakten und sachliche Argumente immer noch die Hauptrolle. Wir glauben, dass wir unserem logischen Denken, unserem analytischen Verstand und unserer Rationalität am weitesten kommen.

Ja, es gibt mittlerweile einige Stimmen, die uns auch andere Zusammenhänge aufzeigen. Die uns sagen, dass der Homo Oeconomicus ein Mythos ist. Dass Entscheidungen eher emotional anstatt rational getroffen werden. Dass wir auf unser Bauchgefühl, auf unsere Intuition hören sollen. Aber irgendwie glauben  – oder soll ich sagen hoffen – manche im tiefsten Inneren doch noch, dass in unserem Arbeitsalltag vornehmlich andere Gesetze gelten.

Planung, Controlling, Zahlen und Messbarkeit prägen das Business. Einfach weil es uns vertraut ist. Unsere Lösungen sind vom Einsatz dazu passender Methoden geprägt. Die Vorstellung, dass unser innerer Zustand, unsere Gedanken und unsere Gefühle, unser Handeln entscheidend prägen ist uns noch eher fremd.

Ich habe daher mal ein paar Fakten über die Auswirkungen unseres inneren Zustandes – unserer Gedanken und Gefühle – auf unseren Körper, unsere Motivation und die daraus resultierenden Handlungsmuster zusammengestellt.

 

Gefühle sind nicht messbar, ihre Auswirkungen auf unseren Körper aber schon.

 

Gefühle und Herz, das passt irgendwie zusammen. Und es ist tatsächlich so. Wissenschaftliche Forschungen zeigen, dass unser Herz über ca. 40.000 Nervenzellen verfügt. Wir haben also ein eigenes, kleines Gehirn im Herzen. Und die Forscher haben herausgefunden, dass unsere Gefühle unsere Herzfrequenz direkt beeinflussen können.

Angenehme Gefühle wie Wertschätzung und Gelassenheit führen zu einer harmonischen, ausbalancierten Herzratenvariabilität (siehe Abbildung rechts oben. Unangenehme Gefühle wie Ärger, Frustration oder Ohnmacht erzeugen ein chaotisches Muster (Abbildung links oben).

Unser Herzgehirn kommuniziert ständig mit unserem Kopfgehirn. Die harmonischen oder chaotischen Signale werden an unser Kopfgehirn übermittelt.Unser Gehirn und unser Körper reagieren auf die Botschaften des Herzens.

Das Gehirn erhält das chaotische Signal und registriert, dass wir uns in einer stressigen Situation befinden. Unser Körper richtet sich auf die Bewältigung der Stress-Situation aus: Kämpfen, Flüchten oder Totstellen. Logisches Denken ist in solchen Situationen eher nicht angesagt.

Unsere Wahrnehmung ist stark eingeschränkt und ganz auf Sicherheit und die Bewältigung der Gefahren ausgerichtet.  Raus aus der Ungewissheit – rein in die Sicherheitszone. Neue Herausforderungen lassen sich in diesem Zustand nur schlecht oder mit großer Anstrengung bewältigen. In dieser ohnehin schon angespannten Stimmung bevorzugen wir die Handlungsmuster, die uns vertraut sind. Egal ob sie nun passen oder nicht.

Demgegenüber signalisieren harmonische, ausbalancierte Signale dem Gehirn, dass alles in Ordnung ist und stellt uns die Kapazitäten zur Verfügung, die wir gerade benötigen. Es ist ein Zustand in dem wir uns wohlfühlen und im Einklang mit uns selbst sind. Die Forscher nennen den Zustand Kohärenz. Die angenehmen Gefühle führen zu innerer Ruhe, wir sind konzentriert und ausgeglichen.

Herausforderungen meistern wir im Vertrauen auf unsere Kräfte. Unsere Wahrnehmung  erweitert sich, wir sind offen, auch mal neue Lösungen auszuprobieren. Wir spüren unsere Bedürfnisse und können sie angemessen und respektvoll ausdrücken. Und ganz entscheidend ist: Unser innerer, ausgeglichener Zustand ermöglicht es uns, uns auf andere einzulassen. Und mit Ihnen gemeinsam an Problemlösungen zu arbeiten.

 

Über unsere Gefühle können wir andere beeinflussen. Das geschieht auch direkt – ohne Worte.

Und es geht noch weiter. Unser Herzgehirn erzeugt ein starkes, elektromagnetisches Feld.  Dieses Feld ist mit Magnetometern bis zu zwei Metern Abstand außerhalb unseres Körpers messbar.

Und auch dabei kommt die Qualität unseres inneren Zustandes wieder ins Spiel. Ein harmonisches Muster – die Kohärenz – erzeugt ein anderes Feld als ein chaotisches Muster. Das bedeutet ganz konkret: Sind wir im Stress-Modus mit all den unangenehmen Gefühlen und belastenden Gedanken, dann spüren das auch die Menschen in unserer Umgebung. Sie werden vielleicht auch unruhig, ängstlich oder unsicher.

Ich glaube jeder von Ihnen kennt solche Situationen. Wenn Sie in einen Raum hineinkommen, in dem es vorher Streit oder Konflikte gab. Wir sagen dann auch gerne: Die Luft ist zum Schneiden. Und damit meinen wir nicht, dass jemand gerade zu viel geraucht hat. Sondern wir spüren die durch das elektromagnetische Feld/die Felder erzeugen Wellen.

Ich kann mich noch genau an eine solche Situation erinnern. Ich musste damals vor dem  Lenkungsausschuss  ein für mein Projekt nicht gerade unerhebliches Budget beantragen. Vorher hatte es in dem Raum starke Auseinandersetzungen zwischen den einzelnen Lenkungsausschussmitgliedern gegeben. Das habe ich sofort gespürt, als ich in den Raum hineinkam.

Umgekehrt ist es natürlich genauso. Positive Stimmungen, Engagement und Begeisterung können ansteckend sein. Auch dazu fällt Ihnen vielleicht etwas ein. Ich erinnere mich gerne an ein Projekt-Kick-Off. In dem einer der Teilnehmer sagte, er wisse zwar noch nicht genau was auf ihn zukomme. Aber er spüre eine starke Anziehungskraft, bei diesem Projekt müsse er einfach dabei sein. Und das waren sicher nicht nur die faktischen Argumente und die Präsentationscharts, die ihn zu dieser Aussage bewegt haben.

Wenn Sie zukünftig also an die Planung eines Projektes, eine wichtige Entscheidung, die Vorbereitung eines Gespräches, ein Meeting oder eine Präsentation herangehen. Achten Sie mal darauf, in welcher Stimmung Sie sich dabei befinden:

  • Welche Gedanken gehen Ihnen durch den Kopf?
  • Sind Sie gerade gestresst oder unter Druck? Oder fühlen Sie sich wohl, sicher und im Einklang mit sich selbst?
  • Fühlen Sie sich angespannt, frustriert oder ohnmächtig? Oder spüren Sie innere Ruhe, Freude, Zuversicht oder Begeisterung?

Unsere Gefühle sind der wichtigste Kompass hinsichtlich der Qualität unseres inneren Zustandes: Aufbauend und unterstützend oder angespannt und energiezehrend.. Das Wissen darum ist sehr wertvoll. Denken Sie daran, unser innerer Zustand beeinflusst unser Verhalten, unsere Handlungen und unseren Erfolg in viel stärkerem Maß als viele von uns glauben.

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Martina Baehr
Martina Baehr ist Projektmanagerin, Trainerin, Coach und Inhaberin von Projektmanagement plus. Sie unterstützt ihre Kunden bei der Entfaltung ihres persönlichen Erfolgs-Mindsets, um selbstbewusster und gelassener zu arbeiten und leichter mit Veränderungen umzugehen.