In unserem Arbeitsalltag passen wir uns ständig an. Wir beachten die Firmenregeln, die Zielsetzungen, die uns unser Management vorgibt, der Einsatz unserer Arbeitszeit. Wenn wir uns mit diesen Vorgaben wohlfühlen, also Herz und Verstand in Einklang stehen, dann geht es uns gut, unsere Arbeit macht uns Freude, wir spüren eine Sinnhaftigkeit unseres Tuns und dann machen uns auch ein paar Überstunden nichts aus.

Was passiert aber mit uns, wenn unser emotionales Empfinden und Denken gegenläufig sind?

Dann machen wir eine Arbeit, die uns keine Freude mehr macht. Dann fühlen wir uns abends einfach nur ausgelaugt. Wir gehen dann zur Arbeit, weil wir einfach Geld verdienen müssen, um zu leben, zu überleben. Dann nimmt unsere Lebensfreude ab, wir haben keine Energie mehr und man hat das Gefühl einer gewissen Schwere, wo man sich doch so sehr nach mehr Leichtigkeit sehnt.

Mein Herzenswunsch entsprach nicht den Firmeninteressen

Mir ging in meinem letzten Jahr in meiner Arbeit vor meiner Selbstständigkeit so. Ich wollte eine neue Richtung, ein neues Feld für Führungskräfte in der Personalberatung einführen. Ich war Feuer und Flamme für die Idee, sprach Kunden an, organisierte Informationsveranstaltungen. Nur hatte ich noch meinen regulären Fachbereich weiterzuführen, der mich sehr viel Zeit kostete. Da es sich um den deutsch-französischen Bereich der Personalsuche handelte, fand man keinen, der mir diese Arbeit abnehmen konnte.

Also machte ich beides. Ich war immer mehr hin- und hergerissen zwischen meinem Herzenswunsch, meiner Umsetzung, die erste Erfolge erzielte und meinem sonstigen Arbeitspensum. Mein Chef wollte keine Stellung beziehen, ich hatte keine klare Ausrichtung. Ich konnte nicht beides bewerkstelligen, das schaffte ich zeitlich nicht. Ich fühlte mich immer mehr zerrissen.

Ich bekam starke Rückenschmerzen, konnte nachts nicht mehr richtig schlafen. Als mein Chef dann einmal spontan ins Büro kam und sich nach meinen Aktivitäten erkundigte, brach ich plötzlich in Tränen aus.

Mit dem Rückblick, auf die damalige Situation kann ich sagen, dass meine Gedanken und Gefühle völlig entgegenliefen. Mein Herz wollte etwas Anderes als mein Verstand. Mein Körper zeigte mir diese Diskrepanz deutlich. Ich fühlte mich ausgepowert. Wie sollte es also weitergehen?

Wegsperren geht nicht

Manche von Ihnen werden dieses Gefühl kennen oder schon einmal erlebt haben. In der Regel drücken wir solche Gefühle dann weg, nach dem Motto: „Augen zu und durch“. Dann wundern wir uns, wenn unsere Arbeitsbeziehungen immer angespannter werden, sich Konflikte in der Arbeit häufen, sei es mit Kunden, Lieferanten oder auch im Team.

Ist es dann wirklich das Umfeld, das uns so einknicken lässt und uns immer mehr Energie raubt? Oder könnte es nicht sein, dass unser Herz, unsere Gefühle, etwas ganz anderes sagen, als unser Kopf?

Nun, es fällt uns leicht, uns oft etwas selbst vorzumachen, da man seine Gedanken und Gefühle nicht „anfassen“ kann. Man kann seine Gedanken auch nicht einfach aufräumen, wie man es mit seinem täglichen Bürokram machen kann. Gedanken kommen und gehen, sie sind immer da. Gefühle nehmen wir oft erst dann wirklich war, wenn sie uns stören, also wenn wir wütend oder frustriert sind. Und selbst da sind wir Weltmeister im „Wegdrücken“. Die letzte Instanz ist dann unser Körper. Er zeigt uns deutlich, dass etwas nicht stimmt – wir werden krank.

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Nicht greifbar aber doch real

Ich stelle immer wieder fest, dass die Menschen eine Sehnsucht nach mehr Spiritualität im Arbeitsalltag haben. Man möchte seine Wahrnehmung erweitern, bewusster sein, mehr in Verbindung mit sich selbst stehen. Man darf diese Begriffe heute verwenden, da man auch im Business immer mehr von Meditation oder Achtsamkeit spricht.

Es dringt auch immer mehr ins Bewusstsein der Menschen, dass nicht unsere Umwelt unsere Realität bestimmt, sondern wir selbst unsere Wirklichkeit kreieren. Sind wir nämlich in einem Zustand, in dem es uns mental und emotional gut geht, dann begegnen wir Situationen die uns Freude machen, wir sind wir kreativ, können Konflikte mühelos beiseitelegen und uns selbst motivieren. Wir ziehen das an, was wir selbst sind.

Was uns bei diesem Thema immer wieder so schwer fällt, ist die Tatsache, dass Gedanken oder Gefühle nicht greifbare Informationen für uns sind. Vieles läuft unbewusst ab, entzieht sich unserer Kontrolle. Wenn wir dann immer weniger Kontrolle bekommen, wie beispielsweise bei immer wiederkehrenden Gedankenschleifen, versuchen wir es mit noch mehr Kontrolle und positivem Denken. Es gelingt uns aber erst dann wirklich abzuschalten, wenn wir einen wichtigen Parameter in unsere Lösung einbeziehen: unsere Emotionen.

Bei den Emotionen sind wir dann bei unserer Herzenergie angelangt. Viele alte Traditionen bezeichnen das Herz als das Zentrum unseres Seins. Hier geht es nun nicht um Poesie, sondern um neue wissenschaftliche Erkenntnisse, die wir uns zunutze machen können.

Mit dem Herzen denken

Mittlerweile hat man herausgefunden, dass wir zusätzlich zu unserem Gehirn und Bauchhirn auch ein „Gehirn“ im Herzen haben. Ein völlig eigenständiges, denkendes „Etwas“ ausgestattet mit 40.000 Nervenzellen. Wir können die elektrische Energie unseres Herzen mit dem EKG messen, aber viel interessanter ist die Erforschung eines Magnetokardiogramms (MKG), das die magnetische Energie unseres Herzens erfasst. Bis zu 3 Meter reicht dieser magnetische „Donut“, der sich ständig, unsichtbar um uns herum befindet. Man geht davon aus, dass die 3 Meter nicht ausreichen und noch viel weiter gehen.

Wir übertragen sozusagen energetische Energie an unsere Umwelt, immer und zu jedem Zeitpunkt. Elektromagnetische Wellen, auf denen unsere Emotionen sozusagen schwimmen. Das Heart Math Institut in den USA konnte beispielsweise messen, dass, wenn jemand Liebe für eine andere Person empfindet, sich die Gehirnwellen bei der „geliebten“ Person verändern: sie werden harmonischer.

Letztendlich war dann diese Zusammenführung meines Herzenswunsches und meiner mentalen Vision auch das, was mir in der Situation mit meinem damaligen Arbeitgeber weitergeholfen hatte. Ich wusste innerlich ganz genau, dass ich, wenn ich nicht noch weiter Energie verlieren wollte und aus der Opferrolle rauswollte, eine klare Entscheidung treffen musste.

In meinem Fall war es dann die Entscheidung der Selbstständigkeit. Ein Sprung ins „Ungewisse“, den ich bis heute nicht bereut habe. Aber das muss nicht die notwendige Konsequenz für jeden Einzelnen sein. Man kann durchaus neue Wege in seinem Arbeitsumfeld aufbauen und verwirklichen.

Was bedeuten diese Erkenntnisse für unseren Arbeitsalltag?

Was wir uns immer vor Augen führen sollten: wir kommunizieren ständig mit anderen über unser Energiefeld. Wenn Sie also beispielsweise ein Gespräch mit einer Mitarbeiterin führen und sie innerlich verurteilen oder ablehnen, wird sie das spüren und entsprechend auf Sie reagieren. Auch wenn Sie verbal etwas ganz anderes sagen. Ihr Gegenüber wird einfach spüren, dass sie nicht authentisch sind, dass sie etwas anderes fühlen als Sie denken.

Wie viele Probleme haben wir im Unternehmen durch eine verletzende oder nicht wertschätzende Kommunikation? Wie kann man Demotivation von ganzen Teams in messbaren Unternehmensverlusten ausdrücken? Haben wir hier nicht ein unglaubliches Potential, das wir in unserem Alltag völlig ausblenden?

Denn stellen Sie sich einmal vor, dass Ihre Mitarbeiter oder Sie selbst sich vor wichtigen Gesprächen sich eine Auszeit nehmen und diesen Zustand der Einheit zwischen Gedanken und Gefühlen herstellen? Und wenn das nicht möglich ist, weil man eben gerade Ärger empfindet, das so viel „Herzenergie“ herüberbringt, dass es unser Gegenüber annehmen kann?

Ich habe diese Vision, dass immer mehr Menschen in dieses Bewusstsein kommen und für sich anwenden. Dass unser Fokus sich wegorientiert von der hektischen Betriebsamkeit hin zu Auszeiten und Regeneration, um wirklich gute und erfolgreiche Arbeit zu leisten.

Da kommt mir eine Geschichte in den Sinn, die ich Ihnen zum Abschluss noch mitgeben möchte:

Der größte Schatz des Universums

Vor langer Zeit wollte Gott, der Schöpfer einen Teil von sich selbst dem Menschen geben. So überlegte er, dass es sehr schlecht wäre, wenn die Menschen diesen größten Schatz des Universums finden würden, bevor sie tatsächlich reif genug dafür wären.

Also entschied er sich, den größten Schatz des Universums so lange an einem Ort zu verstecken, an dem die Menschen ihn nicht finden würden, bis sie reif genug sind.

Erst dachte er sich, den Schatz auf dem höchsten Berg der Erde zu verstecken. Schnell erkannte er, dass der Mensch bald alle Berge erklimmen würde und der Schatz dort nicht sicher genug versteckt wäre. Dann dachte er sich, den Schatz an der tiefsten Stelle des Meeres zu verstecken. Auch dort sah er die Gefahr, dass die Menschen den Schatz zu früh finden würden, ohne dass sie reif genug dazu sind.

Nach nochmaligem kurzen Vordenken wusste er plötzlich die Lösung: „Ich weiß, was zu tun ist. Ich werde den größten Schatz des Universums im Menschen selbst verstecken. Er wird dort erst danach suchen, wenn er reif ist, denn er muss dazu den Weg in sein Inneres gehen.“

Und so versteckte er den größten Schatz des Universums, eben einen Teil von sich, im Menschen selbst.

Unbekannter Verfasser

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer ganz persönlichen Schatzsuche und wünsche mir, dass Sie Ihrem Herzen den Raum in Ihrem Berufsalltag einräumen, der ihm gebührt.

Ihre Sylvie Bueb

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Sylvie Bueb
Sylvie Bueb ist Personalexpertin und Trainerin und betreibt mit Martina Baehr „Die Gelassenheitsformel“ ein 6-Schritte-Programm zu mehr Erfolg und Souveränität im Berufsalltag.