Ich war in den letzten Wochen sehr viel unterwegs: Mit meiner Kollegin Sylvie habe ich Vorträge und Workshops in Unternehmen gehalten und ich habe auf Veranstaltungen viele Gespräche geführt. Meine Erkenntnisse aus dieser Zeit möchte ich in diesem Blogartikel gerne mit Ihnen teilen.

Alle diese Aktivitäten drehten sich natürlich immer um die Gelassenheitsformel: Wie schaffen wir es, in unserem hektischen, betriebsamen Arbeitsalltag fokussiert zu bleiben? Was können wir tun, wenn wir das Gefühl haben die Arbeitsmenge/-dichte überwältigt uns einfach? Wie schaffen wir es, in einer derart stressigen Arbeitsatmosphäre die Ruhe zu bewahren und gelassen und konzentriert zu bleiben?

Viele ahnen, dass diese Hektik und Schnelligkeit uns nicht wirklich gut tun. Und dass mehr Anstrengung und eine noch höhere Geschwindigkeit nicht die Lösung sein können.

Das Schöne und Bewegende der letzten Wochen war: Wir haben vielen Menschen dabei geholfen, eine neue Perspektive einzunehmen und die Hebel zu mehr Leichtigkeit und Gelassenheit zu entdecken und zu erfahren. Die Rückmeldungen waren für uns einfach nur positiv und teilweise auch wirklich berührend.

Deshalb möchte ich Ihnen die 5 folgenden Punkte wirklich ans Herz legen:

 

1. Halten Sie inne und werden Sie sich ihres inneren Zustandes bewusst.

Viele Menschen hetzen ohne einmal anzuhalten durch ihren Arbeitsalltag und versuchen all ihre Aufgaben möglichst gut zu erledigen. Wir bekommen gar nicht mehr mit, wie es uns eigentlich geht.

Denken Sie mal an ihre letzte Woche zurück: Können Sie noch sagen, was in den letzten Tagen alles so an angenehmen und unangenehmen Dingen passiert ist? Haben Sie bewusst wahrgenommen,  welche Reaktionen ihr Verhalten/ihre Handlungen hervorgerufen haben? Haben Sie wahrgenommen, wie Sie auf Dinge in ihrem Umfeld reagiert haben? Automatisch oder bewusst gewählt?

Oft folgen wir wie Sklaven den Anforderungen von anderen oder unserem eigenen Anspruch, unserem Leistungsdenken und wir glauben, dass wir uns damit etwas Gutes antun. Schließlich haben wir das alle so gelernt. Der erste Schritt, um mehr Achtsamkeit in seinen Arbeitsalltag zu bringen, bedeutet einfach mal inne zu halten und in sich hinein zu spüren:

  • Wie geht es mir gerade?
  • Fühle ich mich gut oder schlecht? Welches Gefühl kennzeichnet meine gegenwärtige Stimmung besonders?
  • Welche Gedanken gehen mir durch den Kopf?

Nur wenn Sie sich bewusst sind, wie es Ihnen gerade geht, können Sie entscheiden, ob Sie so weitermachen wie bisher oder ob Sie etwas verändern möchten. Nur wenn Sie wissen, was ihnen gut tut und Sie stärkt, dann können Sie ihre Produktivität und ihre Arbeitsergebnisse wirklich nachhaltig verbessern. Das hört sich doch sehr nachvollziehbar an, oder nicht?

Dabei geht es nicht um Fähigkeiten oder komplizierte Methoden, die Sie sich erst aneignen müssen, um die Erkenntnisse zu bekommen, die Sie brauchen. Es ist viel einfacher und Sie haben es immer bei sich: Ihre Gefühle zeigen Ihnen ganz genau worauf Sie achten müssen, wenn Sie beruflich erfolgreich sein wollen und dies nicht auf Kosten ihrer Zufriedenheit, ihrer Arbeitsfreude oder schlimmer noch ihrer Gesundheit gehen soll. Wenn Sie tiefer in dieses Thema einsteigen möchten, empfehle ich Ihnen diesen Artikel.

 

2. Richten Sie ihre Aufmerksamkeit auf die positiven Begebenheiten ihres Arbeitsalltags.

Sylvie und ich wussten aus unserer Arbeit mit unseren Kunden ja bereits, dass viele Menschen mit ihrer Aufmerksamkeit sehr oft eher bei den negativen Erlebnissen im Arbeitsalltag festhängen. Unsere Workshops haben uns das noch einmal sehr eindrücklich bestätigt: Wir bitten die Teilnehmer, ihre positiven Erlebnisse zu sammeln, um insbesondere die damit verbundenen angenehmen Gefühle wieder zu erinnern und auszukosten. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Erfahrungen aus dem privaten oder dem beruflichen Alltag handelt – Hauptsache die Gefühle sind schnell abrufbar.

 

Viele Dinge, die dann auf der Liste stehen, hängen mit privaten Aktivitäten zusammen. Das überrascht Sie wahrscheinlich nicht. Was aber viel interessanter ist: Einigen fällt es schwer, eine positive Begebenheit aus dem Berufsalltag zu finden, die sie auf die Liste setzen können.

Jetzt ist es sicher nicht so, dass wir keine positiven, angenehmen Dinge im Arbeitsalltag erleben. Aber unsere Wahrnehmung, die am Ende unsere Erinnerungen bestimmt, ist einfach mehr bzw. öfter auf die negativen Erlebnisse gerichtet. Schließlich wollen wir alles möglichst gut und am besten ohne Fehler machen. Deshalb achten wir verstärkt darauf, was alles schieflaufen könnte oder welche Missgeschicke wir vermeiden können.

Unser Gehirn funktioniert aber so, dass es die Dinge, auf die wir oft unsere Aufmerksamkeit richten, verstärkt werden. Wenn wir also auf diese negativen Aspekte fokussiert sind, füttern wir das gefräßige Stressmonster immer mehr an. Und uns fallen immer mehr Dinge auf, die nicht funktionieren oder die nicht optimal gelaufen sind.

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Das können Sie ganz leicht durchbrechen, in dem Sie ihre Aufmerksamkeit verstärkt auf die positiven Begebenheiten in ihrem Arbeitsalltag richten. Achten Sie auf die Momente, die Ihnen gut tun: Ein Gespräch mit ihren Kollegen, ein gutes Ergebnis was Sie trotz schwieriger Umstände erzielt haben, oder einfach nur ein leckerer Kaffee oder der Blick aus ihrem Fenster. Kosten Sie diese angenehmen Momente für mindestens 30 Sekunden aus, damit sie in ihrem emotionalen Gedächtnis abgespeichert werden. Auf diese einfache Art und Weise schaffen Sie neue, aufbauende, neuronale Strukturen in ihrem Gehirn.

3. Öffnen Sie ihr Herz und ihren Verstand für gute Problemlösungen.

Sehr spannend ist unsere Problemlösungs-Übung, die wir mit den Teilnehmern unserer Workshops machen. Zu sehen, wie einfach und schnell es gehen kann, wenn wir nicht nur auf unser logisches Denken und unseren Verstand zugreifen, sondern auch unsere Gefühle aktiv in Problemlösungen einbeziehen.

Unsere Teilnehmer schreiben ein Problem und das dazu vorherrschende Gefühl auf. Sie notieren sich, was sie alles schon versucht haben, um das Problem zu lösen. Sylvie und ich schreiben dann die dazugehörigen Gefühle der Teilnehmer auf ein Flipchart. Da stehen dann so Dinge wie: Ohnmächtig, hilflos, frustriert, unsicher, verärgert und so weiter.

Dann führen wir die Teilnehmer durch eine Übung bei der sie, kurz gesagt, ihr „Problemdenken“ abschalten, sich in einen positiven, aufbauenden inneren Zustand bringen und anschließend noch mal auf ihr Problem zurückkommen. Nach der Übung notieren die Teilnehmer ihre Gedanken und vor allem das danach vorherrschende Gefühl. Und jetzt wird´s spannend: Das stehen dann so Dinge wie: Klarheit, Gewissheit, Frieden, innere Ruhe oder auch Distanz. Einige der Teilnehmer sind ganz verblüfft, dass aus ihrem Inneren sogar eine Lösung aufsteigt und diese oft ganz anders aussieht als die an die sie bisher immer gedacht haben und sich diese Lösung aber viel stimmiger anfühlt.

Ich muss sagen, für mich ist diese Übung immer ein sehr beeindruckender Moment, weil in so kurzer Zeit solche Ergebnisse erzielt werden. Da bekomme ich richtig Gänsehaut.

Warum ist das so? Wenn sich ihre Gedanken immer wieder um das gleiche Problem drehen, kommen Sie schnell in den Stress-Modus. Sie strengen sich immer mehr an, eine Lösung zu finden und grübeln immer mehr. Wenn Sie unter Stress stehen, schaltet ihr Körper um und lenkt die gesamte Energie auf die Bewältigung der Stresssituation. Das heißt im Klartext: Kämpfen, Flüchten oder Totstellen. Ihre mentalen Fähigkeiten werden eingeschränkt oder sogar ganz abgeschaltet. In solchen Situationen favorisieren Sie Lösungen, die Sie schon kennen und die Ihnen deshalb Sicherheit geben. Und eben nicht solche, die vielleicht passender wären. Die fallen Ihnen dann gar nicht ein, Sie sind wie blockiert.

Deshalb ist es so wichtig, schnell aus dem Stress-Modus auszusteigen. Wer mehr dazu wissen will, kann diesen Video-Tipp von Sylvie mal ausprobieren:

4. Machen Sie kleine Schritte und achten Sie auf den Unterschied.

Da wir ja meist versuchen, den Berufsalltag möglichst gut und schnell zu bewältigen, ist die Gefahr sehr hoch dass wir uns die meiste Zeit in unseren unbewussten Stress-Routinen bewegen. Die wir oft sogar selbst aufgebaut haben.

Deshalb ist es besonders wichtig, auf die Unterschiede zu achten. Wenn Sie innehalten  und sich ihre Gedanken und Gefühle bewusst machen, wenn Sie eine kurze Übung machen, wie in dem eben angesprochenen Video-Tipp dann ist es besonders wichtig auf die Unterschiede in ihrer Wahrnehmung zu achten.

Wie fühlen Sie sich vorher, wie nachher? Was hat sich verändert? Durch diese Perspektive erhalten Sie Aufschluss darüber, welche Dinge bei Ihnen persönlich besonders hilfreich und wirksam sind. Und diese Erkenntnis hilft Ihnen dann dabei, die positiven Dinge zu verstärken und die negativen zu reduzieren.

Dabei können ganz einfache Dinge schon eine große Wirkung zeigen, wie meine Ausführungen beim Punkt „Öffnen Sie ihr Herz und ihren Verstand“ zeigen.

5. Konzentrieren Sie sich auf eine Sache und legen Sie los.

Mein letzter Punkt ist besonders wichtig: Es geht darum wirklich anzufangen achtsamer und bewusster durch seinen Berufsalltag zu gehen.

Dabei können Sie an unterschiedlichen Stellen beginnen: Sie können mehr über sich und ihre Verhaltensmuster herausfinden, in dem Sie inne halten und auf ihre Gedanken und Gefühle achten (Punkt  1). Sie können sich stärker auf ihre positiven Erlebnisse fokussieren und diese auskosten (Punkt 2). Sie können Übungen – wie den Video-Tipp von Sylvie – in ihren Alltag einbauen.

Um ihr Gehirn auf Achtsamkeit und Gelassenheit zu programmieren, müssen Sie diese Veränderungen möglichst oft, möglichst intensiv und bewusst durchführen. Damit ihre neuronalen Netzwerke im Gehirn neu verschaltet werden.

Starten Sie deshalb am besten nicht gleich mit allen Themen, sondern nehmen Sie sich einen Punkt vor, der Sie besonders anspricht, und verfolgen Sie diesen konsequent. Sagen wir mal über eine ganze Woche. Und machen Sie sich die Unterschiede – ihre Erfolge – bewusst. Wir wissen das ist gerade in unserer oft sehr hektischen und stressigen Arbeitskultur nicht immer leicht – aber es ist sehr wirkungsvoll. Den Unterschied werden Sie schon im Laufe der ersten Woche spüren, vorausgesetzt Sie bleiben am Ball.

„Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir wünschst für diese Welt.“

Das hat einst Mahatma Gandhi gesagt und ich finde es passt sehr gut gerade in unsere heutige Zeit. Wenn wir uns eine achtsamere und menschlichere Arbeitskultur wünschen, macht es Sinn bei uns selbst anzufangen. Und anschließend – wenn wir wissen wie es geht – den anderen dabei zu helfen.

 

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Martina Baehr
Martina Baehr ist Projektmanagerin, Trainerin, Coach und Inhaberin von Projektmanagement plus. Sie unterstützt ihre Kunden bei der Entfaltung ihres persönlichen Erfolgs-Mindsets, um selbstbewusster und gelassener zu arbeiten und leichter mit Veränderungen umzugehen.