Sie kennen das sicher alle: Der Urlaub, die Auszeit ist zu Ende. Der Start in den Arbeitsalltag steht wieder unmittelbar bevor oder hat gerade begonnen.

Auf der einen Seite freuen Sie sich, die Kollegen und ihr Team wiederzusehen. Sie freuen sich darauf, bestimmte Herausforderungen in Angriff zu nehmen. Und viele haben sicher auch den guten Vorsatz, sich im nächsten Jahr nicht mehr so schnell aus der Ruhe bringen zu lassen. Mehr in der inneren Balance zu bleiben und sich auf die wesentlichen, wichtigen Dinge zu konzentrieren.

 

In die Freude über den Start mischt sich schon die Angst, wieder vom Alltag, den Anforderungen und dem Termindruck überrollt zu werden. Tätigkeiten, die man vielleicht unsinnig findet oder nur ungern erledigt, nehmen schwuppdiwupp einen Großteil ihrer Arbeitszeit ein. Kennen Sie auch den Ausspruch: Die Erholung von einer oder zwei Wochen Urlaub ist innerhalb der ersten Stunden schon wieder dahin?

 

Halten wir an dieser Stelle einfach mal inne und überlegen uns in Ruhe, wer hier eigentlich der Herr im Hause ist. Was können Sie tun, um dieser Abwärtsspirale, das Absaugen/Verschwinden der Energie einfach anzuhalten?

Meine Antwort dazu lautet: In die innere Gelassenheit kommen. Denn niemand kann ihren inneren Zustand so gut beeinflussen wie Sie selbst. Es wäre ja auch schlimm, wenn es anders wäre, meinen Sie nicht auch?

 

Was ist innere Gelassenheit?

 

Zunächst einmal: Innere Gelassenheit ist ein innerer Zustand und keine Handlung! Ein Zustand in dem wir Hektik und Aktionismus loslassen. Und damit Platz schaffen für die wichtigen Dinge. Ein Zustand in dem wir innerlich ruhig und konzentriert sind. Offen für passende Lösungen, aber dennoch fokussiert auf die anstehende Aufgabe oder unser eigentliches Ziel.

 

Das macht auch schon klar, wie wir diesen Zustand nicht und auf gar keinen Fall herbeiführen können. Nämlich in dem wir eine Aktivität an die andere reihen. In dem wir keine Pausen einlegen, um mal zu Besinnung zu kommen. Indem wir uns keine Zeit dafür nehmen, uns selbst und andere wahrzunehmen. In eine Situation hinein zu spüren und zu fühlen wie es uns und anderen gerade geht. Bei einer Aufgabe, in einem Gespräch oder einer Besprechung.

 

Was aber machen die meisten von uns den ganzen Tag? Sie hetzen von einem Termin zum nächsten ohne Pause. Sie reagieren sofort auf jede email, jedes Klingeln von Handy oder Telefon, auf jede SMS und jede Anfrage. Sie sind in Gesprächen oder Meetings nur mit halber Aufmerksamkeit dabei. Sie könnten ja etwas Wichtiges oder Dringendes verpassen. Sie sind bei der Erledigung einer Aufgabe in Gedanken schon bei den Dingen, die noch alle anstehen. Durch diese ständige Betriebsamkeit entsteht der Eindruck alles geht immer schneller und schneller.

 

Tatsächlich erzeugen wir auf diese Weise – neben den eigentlichen Ergebnissen – eine wahnsinnige Menge an Müll: Informationsmüll, Emotionsmüll wie Druck, Stress und Getriebenheit, Gedanken- und Kommunikationsmüll. Über dieses Thema könnte ich glatt einen eigenen Beitrag verfassen. Sie wissen aber sicher, was ich meine.

 

Die wesentlichen Dinge kann man nur aus einem Zustand der inneren Gelassenheit heraus wahrnehmen

 

Innere Gelassenheit bedeutet dagegen, diese unsinnige Produktion erst einmal einzustellen. Weg von der Getriebenheit, die Aktivitäten mal loszulassen. Um aus diesem inneren Zustand heraus handeln zu können. Sich auf die Dinge zu fokussieren, die wirklich wichtig sind. Die kann man nämlich nur aus dem Zustand der Gelassenheit heraus wahrnehmen.

 

Oder haben Sie schon mal versucht, einen klaren Gedanken zu fassen, wenn Sie wütend sind oder sich gerade über jemanden oder irgendetwas ärgern? Wenn Sie sich getrieben fühlen oder unter Druck stehen? Dann nehmen Sie nämlich die erstbeste, bekannte Lösung, die ihnen gerade einfällt, egal ob diese nützlich oder sinnvoll ist oder auch nicht. Auf diese Weise erzeugen Sie einfach nur noch mehr Müll.

 

Innehalten und in den Zustand innerer Gelassenheit zu kommen ist keine nette Kleinigkeit, die wir in Angriff nehmen können, wenn wir gerade mal Zeit dazu haben. Nein die Kultivierung dieses inneren Zustandes ist dringend notwendig, wenn wir in unserem Berufsalltag wirklich etwas zum besseren verändern wollen. Wenn wir es wirklich ernst meinen.

 

Wenn Sie es damit also ernst meinen im neuen Jahr, dann habe ich jetzt 3 Tipps für Sie, wie Sie mit ihrem Projekt „Innere Gelassenheit“ starten könnten:

 

Momente der Besinnung schaffen

Halten Sie öfter am Tag einfach mal inne und schaffen Sie sich so einen Moment innerer Besinnung. Achten Sie auf die Gefühle, die Sie gerade haben. Sind es angenehme Gefühle wir Ärger, Wut oder Frustration? Oder fühlen Sie sich gut freudig erregt, inspiriert oder einfach nur zufrieden? Welche Gedanken haben Sie in diesem Moment? Was spüren Sie im Körper? Nehmen Sie einfach nur wahr was ist. Auf diese Weise stoppen Sie den unaufhörlichen Strom von Aktivität und hektischer Betriebsamkeit. Tragen Sie sich diese kurzen Auszeiten am besten im Kalender ein, so dass Sie diese nicht vergessen.

 

Sich auf die Atmung konzentrieren

Über ihre Atmung können Sie ihr autonomes Nervensystem in Balance bringen. Das ist wissenschaftlich erwiesen. Der alte Spruch „Einfach mal durchatmen“ hat also durchaus seine Berechtigung. Atmen Sie tief und gleichmäßig ein und aus. Forcieren Sie nichts, atmen Sie einfach etwas tiefer und langsamer als normal. Ihre Einatmung ist mit dem sympathischen, dem anregenden Ast des autonomen Nervensystems verbunden. Ihre Ausatmung mit dem parasympathischen, beruhigenden Ast. Wenn Sie sich also sehr aufgeregt fühlen, können Sie beispielsweise beim Einatmen bis fünf zählen und bei Ausatmen bis sieben oder acht. Durch die verlängerte Ausatmung werden Sie automatisch ruhiger.

 

Ein Gefühl der inneren Gelassenheit kultivieren

Wann waren Sie das letzte Mal so richtig ruhig und gelassen? Vielleicht waren Sie draußen in der Natur. Oder Sie haben mit ihren Kindern gespielt. Oder Sie sind in einer Tätigkeit ganz aufgegangen. Erinnern Sie sich an diese Situation und vor allem an ihr Gefühl in dieser Situation. Gefühle können Sie erinnern. Sie können solche angenehmen, erinnerten Gefühle immer wieder abrufen. Wann immer Sie das wollen. Rufen Sie sich dieses Gefühl der inneren Gelassenheit immer dann in Erinnerung, wenn Sie es brauchen. Wichtig ist, dass Sie das Gefühl in ihrem Herzen und mit all ihren Sinnen wirklich spüren. Auf diese Weise können Sie sich schnell in einen Zustand innerer Gelassenheit bringen. Bleiben Sie mindestens 2 bis 3 Minuten in diesem angenehmen Gefühl. Und jedes Mal, wenn Sie diese Übung praktizieren, prägen Sie sich das Gefühl der inneren Gelassenheit immer stärker in ihr emotionales Gedächtnis ein. Probieren Sie es aus, es funktioniert.

 

Das hört sich einfach an und im Grund ist es das auch. Aber die Umsetzung in unserem hektischen Berufsalltag ist oft nicht so leicht. Weil Aktionismus, Hektik und Betriebsamkeit uns bereits zur Gewohnheit geworden sind. Aber es gibt tatsächlich nur einen Weg aus den alten Gewohnheiten auszusteigen. Nämlich sie durch andere, passendere Gewohnheiten zu ersetzen. Und genau das tun Sie, wenn Sie für sich ganz persönlich den Zustand der inneren Gelassenheit kultivieren.

 

 

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Martina Baehr
Martina Baehr ist Projektmanagerin, Trainerin, Coach und Inhaberin von Projektmanagement plus. Sie unterstützt ihre Kunden bei der Entfaltung ihres persönlichen Erfolgs-Mindsets, um selbstbewusster und gelassener zu arbeiten und leichter mit Veränderungen umzugehen.