Mein Mann kam eines Abends nach Hause und überraschte mich mit einem Thema, das ich von ihm bisher noch nicht kannte: er habe eine Coaching Sitzung gehabt und dieser Coach hätte ihm dringend empfohlen, sich für Meditation zu interessieren. Ich traute meinen Ohren nicht. Mein Mann ist typischerweise sehr logisch/rational orientiert und als geschulter Ingenieur interessieren ihn hauptsächlich die messbaren, wissenschaftlichen Ansätze. Doch sein Coach, selbst ein erfahrener Berater im IT Business, hatte ihm wohl die schlagenden Argumente geliefert. Sein Arzt habe ihn vor einigen Jahren vor die Wahl gestellt: entweder regelmäßig eine Entspannungstechnik praktizieren oder Verschreibung von starken Medikamenten. Er hatte zu dem Zeitpunkt stark erhöhten Blutdruck und es gelang ihm gar nicht mehr, nachts durchzuschlafen, weil er ständig müde war und diese innere Leere spürte, wenn er mit sich alleine war. Die Meditation hätte ihn damals gerettet, so der Coach. Und genau deshalb würde er das meinem Mann auch empfehlen.

Ich war zunächst erst mal ziemlich sprachlos, aber dann zutiefst erfreut. Über seine innere Öffnung diesem Thema gegenüber, was für mich immer schon eine hohe Bedeutung hat. Woher ein Anstoß für Veränderung auch kommt – das Wichtige dabei ist, ihn dann aufzugreifen.

 

Wird Meditation bald so beliebt wie Sport?

Vielleicht geht es Ihnen ja auch so. Sie bemerken, dass Sie mit ihren bisherigen Lösungsstrategien nicht weiter kommen?  Sie öffnen sich für neue Lösungstrategien und erkennen immer mehr, welches Potenzial darin gerade auch für sie selbst steckt?

Ich jedenfalls habe ganz stark das Gefühl, dass im Moment ein neues Bewusstsein in der Arbeitswelt Einzug hält, ein Bewusstsein, dass wir mit unseren bisherigen Denk- und Organisationsmodellen an unsere Grenzen stoßen. Immer mehr Menschen stellen Dinge in Frage und haben den Mut zu Veränderungsprozessen.  Frédéric Laloux spricht beispielsweise in seinem neuen Buch „Reinventing Organizations“ von neuen, nach dem Vorbild der Natur organisierten Unternehmen, in denen es keine Hierarchie mehr gibt. Das Vordenkerunternehmen Google hat schon seit 2007 über 1000 Mitarbeiter in Meditationstechniken ausgebildet („search inside yourself“) und MBSR (Mindfulness-Based Stress Reduction) von John Kabat-Zinn wird auch in Deutschland immer beliebter.

Ist das der neue Zeitgeist, der auch jetzt im Business langsam ankommt? Dabei geht es nicht vorrangig um Stressreduktion, sondern um Methoden, die uns helfen, mehr in der Gegenwart zu leben, sich besser zu fühlen und produktiver zu sein. Ungefähr aus den ähnlichen Beweggründen, die Menschen dazu bewegen, Sport zu treiben. Wird das, was wir heute noch als neu und „exotisch“ betrachten, vielleicht morgen schon zum Mainstream?

 

Die Sehnsucht nach den inneren Erfolgsfaktoren

Warum ist das so? Ist es nicht die Sehnsucht der Menschen, aus festgefahrenen Strukturen auszubrechen, um besser mit seinen inneren Werten in Verbindung zu stehen? Wenn man das bejaht, dann kommt doch gleich die Frage auf:  Und wie soll das gehen? Gibt es eine konkrete Handlungsanweisung dazu?

Einen guten Erklärungsansatz fand ich im Buch von Dr Jo Dispenza, ein erfahrener Neurobiologe und Bestseller-Autor. Er schreibt dazu in seinem Buch „Ein neues Ich“, das ich zur Lektüre nur empfehlen kann. Ich beziehe mich hier nur auf einen kleinen Ausschnitt seines Buches, insbesondere der nachfolgenden Graphiken.

 

Unser logischer Geist macht nur 5% unseres Bewusstseins aus

Bevor wir überhaupt verstehen können, wie Meditation funktioniert, sollten wir uns erst mal klar machen, wie unser Gehirn strukturiert ist und welchen Anteil unser bewusster Geist ausmacht.

 

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Nach Dr Jo Dispenza macht unser bewusster Geist also nur 5% unseres Bewusstseins aus, die restlichen 95% das ganze Sammelsurium an positiven und negativen Gewohnheiten und Verhaltensmustern, aus denen unsere Überzeugungen und Wahrnehmungen hervorgehen.

Wenn ich mich also wieder mal über meine Kollegen aufrege, bei einer Unpässlichkeit im Projektalltag gleich rot sehe oder nichts in Frage stellen will, weil ich an meinen bisherigen Gewohnheiten festhalten möchte, schwimme ich also irgendwo in meiner 95%-Suppe :-).

Und es gibt noch einen Unterschied zwischen bewussten und unbewussten Geist: die Frequenz unserer Gehirnwellen. Während wir im Bewusstsein uns hauptsächlich im Beta-Bereich bewegen (zwischen 13 und 50 Zyklen pro Sekunde), ist hier die Außenwelt realer als die Innenwelt. Klar, wir müssen ja auch unser Tagesgeschäft abarbeiten, werden Sie sagen.

Und doch ist es notwendig, regelmäßig in unsere Innenwelt, den unbewussten Geist einzutauchen. Denn hier können wir ansetzen, wenn wir etwas in unserem Leben verändern möchten. In diesem Bereich sind auch unsere Gehirnwellen wesentlich langsamer, sie pendeln – je nach Meditationszustand – zwischen 0,5 und 13 Zyklen pro Sekunde. Man spricht dann von Delta-, Theta- oder Alphawellen.

 

Mit Meditation 100 % unseres Potenzials nutzen

Mit den niederfrequenteren Hirnwellen öffnen wir also ganz bewusst unser Tor zum Unterbewusstsein und können dann in Zusammenarbeit mit dem präfrontalen Kortex – unserem lösungsorientierten Teil des Gehirns – neue Lösungen finden. Sie nutzen dann also 100% Ihres Potentials und nicht nur 5%! Eigentlich eine ganz einfache mathematische Gleichung, die jedem Sinn macht.

Graphisch sieht das dann so aus:

 

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Zum Abschluss möchte ich Sie noch mit einem Bild vertraut machen, mit dem Sie die Zusammenhänge sofort verstehen:Aus diesem Erklärungsmodell wird deutlich, dass wir bei Meditation von Natur aus viel besser aufeinander abgestimmte, kohärente mentale Zustände produzieren. Herzkohärenz ist übrigens ein Begriff, den wir auch aus der Kardiologie kennen: schlägt unser Herz in einem kohärenten Rhythmus, sind auch unsere Gehirnströme kohärent.

Stellen Sie sich vor, Sie sind der Dirigent eines Orchesters und möchten Ihren Zuhörern ein Musikstück präsentieren, ein Meisterwerk. Einige ihrer Orchestermitglieder sind aber ziemlich eigenwillig und egozentrisch und möchten lieber nach ihrem eigenen Rhythmus spielen und stören durch falsche Noten – Ihr Musikstück hört sich „verstimmt“ an. So „klingt“ ein Gehirn im Stresszustand.

Ein kohärentes Orchester schwingt in Harmonie, auch wenn jeder Musiker seine eigene Partitur hat. Das ganze Orchester arbeitet als Team harmonisch zusammen, unter Ihrer Führung.

Durch die Meditation passen sich also Ihre Gehirnwellen an und schwingen in einem kohärenten Muster, da sie in diesem Moment ihr ganzes Bewusstsein ansprechen. Die Modelle, die erprobt sind und zu denen bereits auch ausreichende Studienergebnisse vorliegen sind: MBSR (Mindfulness based Stress Reduction), Heart Math-Methode, ZRM (Züricher Ressourcenmodell) und WingWave. Martina und ich werden in Kürze auch zu dieser Thematik einen Blogartikel verfassen, um die verschiedenen Methoden zu vergleichen.

Eines haben diese Methoden aber alle gemeinsam: sie funktionieren nur, wenn Sie sie auch TUN.

 

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Sylvie Bueb
Sylvie Bueb ist Personalexpertin und Trainerin und betreibt mit Martina Baehr „Die Gelassenheitsformel“ ein 6-Schritte-Programm zu mehr Erfolg und Souveränität im Berufsalltag.